Industrialisierung in Deutschland

Der Erfolg der Industrialisierung in Deutschland wurde dadurch begründet, dass der bestehende „Deutsche Bund“ Anfang des 19. Jahrhunderts Einigkeit in seinen 35 Fürstentümern und Einzelstaaten wollte. Der Handel wurde durch verschiedene Maße, Zölle, Gewichte und Währungen erschwert und deutlich teurer. Die Gründung des Deutschen Zollvereins im Jahre 1834 ebnete den Weg für den freien Handel, da alles vereinheitlicht wurde. Zudem konnte nun jeder seinen Beruf frei wählen. So wurde der Weg zur Industrialisierung erst möglich.

Industriestandorte im Fokus

Die Industrialisierung fand weltweit statt. In Deutschland begann sie zwischen dem Jahr 1850 und dem Jahr 1870 Formen anzunehmen. Vorher war sie sehr schleppend verlaufen. Dann aber scheiterte die Preußische Revolution und die Industrialisierung in Deutschland ging rasant vor sich, besonders im Bereich des Ruhrgebiets und Sachsens. Der Fokus wurde auf Gegenden gelegt, in denen zahlreiche Rohstoffe vorhanden waren. Man nutzte sie zur Einrichtung von Industriestandorten. Dortmund gehörte um das Jahr 1850 ebenso zu diesen ersten Industrierevieren, wie Köln, Leipzig und Dresden. Neben dem Abbau von Kohle, der vorwiegend in Preußen, dem Saarland, dem Ruhrgebiet und Oberschlesien stattfand, sorgte die Eisen- und Stahlindustrie für Aufschwung. Der Bau der Eisenbahn konnte so vorangetrieben werden und erhöhte die Verkehrsanbindung der Industriestandorte. Dies sicherte zeitgleich Arbeitsplätze in der Industrie, denn hier wurden die Maschinen dafür gebaut, um Schienen und Brücken zu produzieren.

Die Bevölkerungsdichte nahm explositonsartig zu, da viele Menschen wegen der Arbeit oder der Arbeitssuche in die Stadt.

Die Bevölkerungsdichte nahm explositonsartig zu, da viele Menschen wegen der Arbeit oder der Arbeitssuche in die Stadt.

Vom Land in die Stadt – Bevölkerungsexplosion

Während des Kaiserreiches setzte die Hochindustrialisierung ein. Die Landwirtschaft machte zunehmend dem Handel und Verkehr sowie der Industrie und dem Gewerbe Platz. 1870 war Deutschland in der weltweiten Produktion bereits auf Platz vier vorgerückt. Die Banken und die großen Unternehmen hatten daran erheblichen Anteil. 1871 wurde das Deutsche Reich gegründet, was zusätzlich für Schwung sorgte. Zu merken war diese Industrialisierung in Deutschland auch daran, dass die Bevölkerung ab dem Jahr 1871 bis 1910 rapide von 41 Millionen Menschen auf 65 Millionen anstieg. Berlin, das Ruhrgebiet und weitere Industriezentren vergrößerten sich ebenfalls deutlich. Viele Leute fanden hier Arbeit, sodass trotz der zunehmenden Bevölkerung keine Arbeitslosigkeit verzeichnet wurde. Zeitgleich brachte die Industrialisierung in Deutschland aber auch eine Art Landflucht mit sich. Die Menschen zogen bei der Arbeitssuche vom Land in die Stadt. Um 1895 herum lagen die Beschäftigungszahlen in der Industrie bereits gleich hoch, wie die in der Landwirtschaft. Die Industrialisierung in Deutschland sorgte dann Anfang des 20. Jahrhunderts dafür, dass die Waage zugunsten der Industrie kippte.

Agrarkrise als Folge

Die Landwirtschaft unterlag während der Industrialisierung in Deutschland ebenfalls einer Umstrukturierung, denn nun wurden moderne Maschinen eingesetzt. Dennoch konnte eine Agrarkrise nicht verhindert werden, da die Strukturen sich auflösten. Die Industrie zog immer mehr Menschen aus der Landwirtschaft ab und verlagerte das Augenmerk auf die Produktion von Stahl, Eisen und Textilien. Dies waren die Leitsektoren der Industrialisierung in Deutschland. Ihnen folgte die Elektro- und Chemieindustrie. So war es Deutschland, einem Nachzügler in Sachen Industrialisierung, möglich, sich zum Vorreiter innerhalb von Europa zu entwickeln.

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