Gastarbeiter

Bereits 1955 wurde ein deutsch-italienisches Abkommen für Gastarbeiter, per Defintion also ausländische Zivilarbeiter, in die Tat umgesetzt. Durch einen gravierenden Arbeitskräftemangel, vor allem in der Landwirtschaft und im Bergbau, war es zu diesem Zusammenschluß gekommen.

Der eigentliche Anstoß kam allerdings aus Italien selbst. Der Grund waren deren hohe Arbeitslosigkeit im Lande. Auf deren einjähriges Drängen hin, kam es dann zu diesem arbeitsmarkttechnischen Zusammenschluss internationaler Prägung. Die zum größten Teil männlichen Gastarbeiter waren meist alleinstehend und wurden anfangs in hölzernen Baracken oder extra gebauten Sammelunterkünften in der unmittelbaren Nähe zum Betrieb untergebacht. Sie verrichteten Arbeiten die weniger gut bezahlt wurden und oft auch schmutzig und körperlich anstregend waren. Die meisten Gastarbeiter fingen zunächst im Bergbau an, wo sie auch Schichtarbeit leisten mussten.

Gastarbeiter wurden in kleinen hölzernen Baracken oder extra gebauten Sammelunterkünften in unmittelbaren Nähe zum Betrieb untergebacht.

Gastarbeiter wurden in kleinen hölzernen Baracken oder extra gebauten Sammelunterkünften in unmittelbaren Nähe zum Betrieb untergebacht.

Im Jahre 1960 wurde diese erfolgreiche Integration ausländischer Arbeitnehmer erweitert, und weitere Länder konnten über das sogenannte Anwerbeabkommen sich in der Bundesrepublik Deutschland als zunächst zeitlich befristete, ausländische Gastarbeiter ansiedeln. Anwerbeverträge für Arbeitskräfte aus den Ländern Spanien, Griechenland (beide 1960), Türkei (1961), Marokko (1963), Portugal (1964), Tunesien (1965) und Jugoslawien (1968) folgten. Der wirtschaftliche Abschwung der Jahre 1966/67 ließ die Anwerbung der Gastarbeiter zurückgehen. Eine weitere Wirtschaftsflaute im Jahre 1973, die durch die Ölkrise ausgelöst wurde, führte dann dazu, daß im gleichen Jahr das Anwerbeabkommen mit allen beteiligten Staaten vollständig beendet wurde. Dass die Gastarbeiter einen hohen Beitrag zum sogenannten deutschen Wirtschaftswunder geleistet haben, liegt auf der Hand.

Diese damalige organisierte Zuwanderung, hatte zur Folge, daß vielen jetzigen ausländischen Mitbürgern und ehemaligen Gastarbeitern und ihrer Nachkommenschaft Deutschland (nicht nur wirtschaftlich) eine neue Heimat geworden ist. Auch wenn für die damalige Integration in die deutsche Gesellschaft viel zu wenig getan wurde, haben sich letztlich für alle Beteiligten diese Maßnahmen der Arbeitsmigration gelohnt. Es sind Familien neu entstanden, und in vielen kulturellen Dingen ist die Verbindung zwischen den damaligen Gastarbeitern und ihren Familien, über das reine, politisch vorangetriebene, damalige Arbeitsabkommen hinaus gegangen. Vereine wurden gegründet und aus Gastarbeitern wurden Firmengründer, wie die vielen Gastwirte und Restaurantbesitzer heutzutage zeigen. In einigen von damaligen Gastarbeitern gegründeten Firmen arbeiten heute deutsche Arbeitnehmer. Als Gastarbeiter in Deutschland hat für viele erfolgreich integrierte Ausländer zwischen den Jahren 1955-73 ein neues Leben angefangen. Ihre Angehörigen leben heute noch hier.

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