Fließbandarbeit

Das Fließband steht heute für ein Verfahren, das an Effizienz kaum zu überbieten ist, alle einzelnen Bearbeitungsschritte sind so perfekt aufeinander abgestimmt, dass keine Zeit bei der Herstellung verloren geht. Die große Nachfrage nach Gütern und Produkten, die mit den Zeiten des Wirtschaftswunders einherging, konnte nur mit seiner Hilfe sichergestellt werden.

Historische Entwicklung

Die Erfindung des Fließbands geht zurück bis in das 15. Jahrhundert, dort stellten italienische Schiffsbauer ihre Schiffe erstmalig in einem fließbandartigen Prozess her. Doch erst durch Henry Ford, im Zeitalter der Industrialisierung vor genau 100 Jahren, erlangte es allgemeine Anerkennung und Bekanntheit. Die „Thin Lizzy“, eines der ersten Automobile, entstand am Fließband. Das neuartige Verfahren reduzierte die Produktionskosten und ermöglichte den Arbeitern eine bessere Entlohnung.

Das Fließband in Deutschland

Nach den beiden Weltkriegen galt es in Deutschland anzupacken und wiederaufzubauen, bereits wenige Jahre später florierte die Wirtschaft wieder, die Nachfrage nach Konsumgütern stieg. Die zunehmende Nutzung von elektrischem Strom und die Verbesserung der Kraftwerkstechnik zogen neue praktische Erfindungen nach sich, viele technische Innovationen eroberten nun den Markt:

  • Elektroherd
  • Waschmaschine
  • Staubsauger
  • Geschirrspüler

Neue Automobilmarken, Radios und Fernsehgeräte entstanden, die Verbraucher standen Schlange in den Geschäften, die Industrie kam mit der Produktion kaum hinterher. Das Fließband leistete wertvolle Arbeit, es schuf ein neuartiges Arbeitsmodell: Die monotone Arbeit, die ein hohes Arbeitspensum erforderte und keine Fehler zuließ, lockte mit hohen Löhnen und einem Ausgleich in Form von weniger Arbeitsstunden und mehr Freizeit. Die Arbeit am Fließband verdreifachte die Reallöhne in Deutschland, das zusätzliche Einkommen kurbelte wiederum die Wirtschaft an, die Menschen konnten sich nun deutlich mehr leisten als vorher.

Noch heute wird Fliessbandarbeit in vielen Betrieben genutzt.

Noch heute wird Fliessbandarbeit in vielen Betrieben genutzt.

Viele Arbeitsschritte wurden nun in einzelne Prozesse unterteilt, vor allem die Industrie führte immer mehr Produktionsstraßen ein, viele Artikel des täglichen Gebrauchs ließen sich so kostengünstig produzieren:

  • Autos
  • technische Geräte
  • Kleinteile
  • Textilien
  • Möbel

Die Kriege hatten ihre Spuren hinterlassen, das Wirtschaftswunder brauchte tatkräftige Unterstützung beim Wiederaufbau: Gastarbeiter aus südeuropäischen Ländern packten mit an, vor allem die Baubranche und die Autoindustrie profitierte von den Helfern, die bald auch in allen anderen Lebensbereichen mitarbeiteten.

Kritik

Zu Zeiten der Industrialisierung und des Wirtschaftswunders hochgejubelt, wurden auch bald Kritik am Fließband laut: Die stupide, eintönige Arbeit mache die Menschen krank und depressiv, der Leistungsdruck wäre zu groß und lassen die Ausfälle durch Krankheitstage enorm ansteigen. Die Arbeitsbedingungen am Fließband verändern sich durch neue Technologien und Arbeitsgesetze, Gewerkschaften und Arbeitnehmerverbände setzen sich für Rotationsprinzip, neuartige Produktionsstraßen und Arbeitsschutz ein.

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